Öffnung der Chemnitz im Bereich Falkestraße in Chemnitz


Die Chemnitz ist nach 100 Jahren Überdeckung im Zentrum der Stadt Chemnitz im Bereich der ehemaligen Falkestraße wieder aufgetaucht.

Im ersten Bauabschnitt (2007 bis 2009) wurde die 280 m lange Gewässerüberdeckung zurückgebaut.

Zur Sicherung des Gebäudes Falkestraße 2 wurden Bohrpfähle als Bohrpfahlwand mit geringem Abstand vor den Bestandswiderlagern im Pilgerschrittverfahren errichtet. Im linken Flussbett wurde ein breiter Kopfbalken errichtet, der gleichzeitig die Ebene für einen späteren Geh- und Radweg bilden soll.

Der gegenüberliegende Uferbereich wurde bedingt durch die engen Platzverhältnisse mit einer 1,5 m hohen Ufermauer gesichert. Es erfolgte dennoch eine Aufweitung des Gewässerprofils, da die neue Bauwerksachse im Vergleich zum Bestand zurückgesetzt wurde. An die Ufermauer schließt eine Böschung an, die durch ingenieurbiologische Bauweisen sowie eine Steinschüttung gesichert wurde.

Zwischen 2010 und 2011 erfolgte der Neubau der Brücke Aue.

Die Flusssohle der kanalisierten Chemnitz war mit Betonfertigteilen und einer Betonmittelwasserrinne befestigt, die den natürlichen Lebensraum eines Fließgewässers stark einschränkten.

In den Bauabschnitten 2 und 3 (2011 bis 2013) setzte die LTV die Renaturierung der Gewässersohle mit einer trapezförmigen, mäandrierenden Niedrigwasserrinne fort. Unter besonderer Abwägung zwischen dem naturnahen Leitbild und den bereits vorhandenen städtebaulichen Zwangspunkten wurden Hochwasserretentionsflächen und neue biologische Lebensräume für Pflanzen und Tiere geschaffen.


Auftraggeber
Stadt Chemnitz, Tiefbauamt und Landestalsperrenverwaltung Sachsen, Betrieb Freiberger Mulde/Zschopau
Planungszeit
2005 - 2011
Bauzeit
2008 - 2013
Baukosten brutto
4 Mio €
Leistungsumfang
OP-IBW: LP 1-8, örtliche Bauüberwachung, TP-IBW: Lp 1-6, SiGeKo, geom. Prüfung